Hartkorn Gewürze
Wer nach dem Aufbau aus diesem Abschnitt selbst mischen will, braucht die Einzelkomponenten – Paprika, Pfeffersorten, Senfsaat, Zwiebelgranulat. Hartkorn führt sie einzeln und daneben fertige Grillmischungen.
Beim Würzen entscheidet der Zeitpunkt mehr als die Menge. Salz gehört entweder unmittelbar vor dem Grillen aufs Fleisch oder mindestens 40 Minuten vorher – dazwischen liegt Wasser auf der Oberfläche und verhindert die Kruste. Pfeffer kommt bei hoher Hitze erst nach dem Angrillen, weil er verbrennt und bitter wird. Zuckerhaltige Rubs eignen sich nur für niedrige Temperaturen.

Würzen wirkt wie der einfachste Teil und ist der, bei dem die meisten Ergebnisse leise verloren gehen. Nicht weil zu wenig gewürzt wird, sondern weil zum falschen Zeitpunkt.
Salz zieht Wasser aus dem Fleisch an die Oberfläche. Was danach passiert, hängt an der Zeit. In den ersten Minuten steht dieses Wasser als Film auf dem Fleisch – legt man jetzt auf, muss es erst verdampfen, und in dieser Zeit entsteht keine Kruste. Nach etwa 40 Minuten kehrt sich das um: Das Salz hat sich in der Flüssigkeit gelöst, die Lösung wird wieder aufgenommen, die Oberfläche trocknet ab und das Fleisch hält beim Garen mehr Wasser.
Daraus folgt eine einfache Regel: entweder unmittelbar vor dem Auflegen salzen oder mindestens 40 Minuten vorher, bei dicken Stücken gern mehrere Stunden. Der Bereich dazwischen ist der ungünstigste.
| Grillgut | Salzen | Pfeffer und Kräuter |
|---|---|---|
| Steak, dick | 1–24 Stunden vorher | nach dem Angrillen |
| Steak, dünn | direkt vor dem Auflegen | nach dem Angrillen |
| Kotelett, Nackensteak | 40 Minuten bis über Nacht | nach dem Angrillen |
| Hähnchen | 2–12 Stunden vorher | vor dem Garen möglich, indirekt |
| Long Jobs (Ribs, Pulled Pork) | mit dem Rub, über Nacht | mit dem Rub, grob gemahlen |
| Fisch | direkt vor dem Auflegen | nach dem Grillen |
| Gemüse | nach dem Grillen | nach dem Grillen |
Pfeffer verbrennt. Seine Aromastoffe sind flüchtig und die enthaltenen Öle zersetzen sich bei hoher Hitze – über etwa 200 °C entsteht ein bitterer, verbrannter Ton, der nichts mehr mit Schärfe zu tun hat. Bei einem Steak, das bei 280 °C angegrillt wird, ist das nach einer Minute der Fall.
Deshalb: Bei allem, was scharf angegrillt wird, kommt Pfeffer erst danach drauf. Bei niedrigen Temperaturen – Low and Slow bei 110 bis 130 °C – kann er von Anfang an dabei sein, sollte dann aber grob gemahlen werden. Fein gemahlener Pfeffer hat mehr Oberfläche und wird auch dort schneller bitter.
Ein Rub ist eine trockene Gewürzmischung, die vor dem Garen aufgebracht wird. Ein klassischer Schweine-Rub besteht zu gleichen Teilen aus braunem Zucker und Paprikapulver, dazu halb so viel Salz und kleinere Anteile Pfeffer, Knoblauch- und Zwiebelpulver. Der Zucker sorgt bei niedriger Temperatur über Stunden für die dunkle Kruste.
Genau dieser Zucker macht Rubs für hohe Temperaturen ungeeignet. Auf einem Steak bei 280 °C verbrennt er in Sekunden. Für hohe Hitze gilt: Salz, grober Pfeffer, fertig. Wer mehr will, arbeitet mit Kräuterbutter oder einem Dip danach.
Der Name Rub legt nahe, die Mischung einzumassieren. In der Praxis ist kräftiges Reiben nachteilig: Es löst den Rub an, macht ihn schmierig und verteilt ihn ungleichmäßig. Besser ist, das Fleisch dünn mit Senf oder Öl zu bestreichen – als Kleber, nicht als Geschmack –, den Rub großzügig aufzustreuen und nur leicht anzudrücken. Danach mindestens zwei Stunden ziehen lassen.
Frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Petersilie halten direkte Hitze nicht aus. Sie werden schwarz und bitter, bevor das Grillgut fertig ist. Ihr Platz ist nach dem Grillen, in einer Marinade als Aromageber im Öl, oder als ganzer Zweig, der nur mitliegt und nicht am Fleisch haftet. Getrocknete Kräuter in einem Rub bei Low and Slow sind unproblematisch – dort bleibt die Temperatur niedrig genug.
Entweder unmittelbar vor dem Auflegen oder mindestens 40 Minuten vorher, bei dicken Stücken gern mehrere Stunden. Dazwischen steht Wasser auf der Oberfläche und verhindert die Krustenbildung.
Weil Pfeffer über etwa 200 °C verbrennt und bitter wird. Bei niedrigen Temperaturen wie Low and Slow kann er von Anfang an dabei sein, dann aber grob gemahlen.
Eine trockene Gewürzmischung, die vor dem Garen aufgestreut wird. Klassisch zu gleichen Teilen brauner Zucker und Paprikapulver, dazu halb so viel Salz sowie Pfeffer, Knoblauch- und Zwiebelpulver.
Wegen des Zuckeranteils, der bei hoher Hitze in Sekunden verbrennt. Rubs sind für Low and Slow bei 110 bis 130 °C gemacht. Beim Steak reichen Salz und grober Pfeffer.
Nein. Kräftiges Reiben löst ihn an und macht ihn schmierig. Fleisch dünn mit Senf oder Öl bestreichen, Rub aufstreuen, leicht andrücken, mindestens zwei Stunden ziehen lassen.
Nach dem Grillen. Direkter Hitze halten sie nicht stand und werden bitter. Alternativ als Aromageber in einer Ölmarinade oder als ganzer Zweig, der nur mitliegt.
Wer nach dem Aufbau aus diesem Abschnitt selbst mischen will, braucht die Einzelkomponenten – Paprika, Pfeffersorten, Senfsaat, Zwiebelgranulat. Hartkorn führt sie einzeln und daneben fertige Grillmischungen.
Fertig gemischte Rubs für den Einstieg: Wer erst herausfinden will, welche Richtung ihm schmeckt, kommt damit schneller ans Ziel als über das Zusammenstellen einzelner Zutaten.