Pflege

Grillrost einbrennen

Beim Einbrennen wird dünn aufgetragenes Öl auf dem heißen Rost polymerisiert – es vernetzt sich zu einer festen, dunklen Schicht, die den Stahl versiegelt und Antihaft-Eigenschaften hat. Nötig ist ein Öl mit hohem Rauchpunkt, etwa Raps- oder Sonnenblumenöl, und drei bis vier Durchgänge mit hauchdünnen Schichten. Zu viel Öl ergibt eine klebrige statt einer harten Schicht.

Gusseiserner Grillrost mit dunkler Patina, daneben Öl und ein Tuch

Roher Gusseisenrost rostet – bis er eingebrannt ist. Danach ist er der Rost mit der besten Wärmespeicherung und den schönsten Grillstreifen, den man haben kann.

Was beim Einbrennen passiert

Öl zerfällt bei Hitze nicht einfach – es polymerisiert: Die Moleküle vernetzen sich zu einer festen, wasserunlöslichen Schicht, die sich mit der Oberfläche verbindet. Diese Patina hat zwei Funktionen: Sie versiegelt das poröse Gusseisen gegen Feuchtigkeit und wirkt als Antihaftschicht.

Entscheidend ist die Menge. Eine hauchdünne Schicht polymerisiert vollständig und wird hart. Eine dicke Schicht verbrennt nur oberflächlich und bleibt darunter klebrig – das ist der Grund für schmierige, fleckige Ergebnisse.

Rost einbrennen

  1. Rost reinigen

    Neuen Rost mit heißem Wasser abwaschen, um die Schutzschicht ab Werk zu entfernen, und vollständig abtrocknen. Bei einem alten Rost lockeren Rost mit einem Schleifvlies abnehmen.

  2. Grill aufheizen

    Grill auf mittlere bis hohe Hitze bringen und den Rost mit aufheizen.

  3. Hauchdünn ölen

    Etwas Öl auf ein Küchenpapier geben und den heißen Rost dünn abreiben. Es soll kaum sichtbar sein – überschüssiges Öl wieder abnehmen.

  4. Ausbrennen lassen

    Warten, bis das Öl raucht und der Rost nachdunkelt. Das ist der Moment, in dem sich die Schicht bildet.

  5. Drei- bis viermal wiederholen

    Jeder Durchgang macht die Patina dicker und widerstandsfähiger. Der Rost wird dabei von Mal zu Mal dunkler.

  6. Nach jedem Grillen erhalten

    Den warmen, abgeschabten Rost mit einem Tropfen Öl abreiben. Damit muss man nie wieder komplett einbrennen.

Welches Öl?

Entscheidend ist der Rauchpunkt: Raps- und Sonnenblumenöl sind die gebräuchlichen Varianten. Leinöl polymerisiert besonders hart, wird aber schnell ranzig, wenn es zu dick aufgetragen wird. Kaltgepresstes Olivenöl und Butter haben zu niedrige Rauchpunkte – sie verbrennen, bevor sie vernetzen, und hinterlassen genau die klebrige Schicht, die man nicht will.

Typische Fehler beim Einbrennen

  • Zu viel ÖlErgibt eine klebrige, fleckige Schicht statt harter Patina. Hauchdünn ist richtig, auch wenn es sich falsch anfühlt.
  • Falsches ÖlOlivenöl oder Butter verbrennen, bevor sie polymerisieren.
  • Nur einen Durchgang machenEine einzelne Schicht hält nicht lange. Drei bis vier sind die Grundlage.
  • Nach dem Grillen mit Spülmittel schrubbenEntfernt die Patina, für die man gerade eine Stunde investiert hat.
  • Nass stehen lassenAuch eingebranntes Gusseisen rostet, wenn Wasser darauf steht.
  • Emaillierte Roste einbrennen wollenDie Emailleschicht braucht keine Patina – Öl brennt darauf nur fleckig ein.

Häufige Fragen zum Einbrennen

Muss man jeden Grillrost einbrennen?

Nein. Nötig ist es bei rohem Gusseisen und unbeschichtetem Stahl. Emaillierte und Edelstahlroste brauchen keine Patina.

Welches Öl nimmt man zum Einbrennen?

Eines mit hohem Rauchpunkt – Raps- oder Sonnenblumenöl. Leinöl ergibt eine besonders harte Schicht, muss aber sehr dünn aufgetragen werden.

Wie oft muss man einbrennen?

Einmal grundlegend mit drei bis vier Durchgängen. Danach genügt es, den warmen Rost nach jeder Reinigung dünn einzuölen.

Warum ist mein eingebrannter Rost klebrig?

Zu viel Öl aufgetragen. Die Schicht ist nur oberflächlich verbrannt und darunter weich geblieben. Abhilfe: kräftig ausbrennen lassen und danach mit deutlich weniger Öl neu aufbauen.

Was tun, wenn der Rost trotzdem rostet?

Flugrost mit einem Schleifvlies entfernen und die Stelle neu einbrennen. Solange der Rost nur oberflächlich ist, ist das jederzeit reparabel.

Ist die dunkle Schicht Schmutz?

Nein, das ist die Patina – sie soll dort sein. Ein schwarzer, matt glänzender Gusseisenrost ist gepflegt, kein schmutziger.

Was dafür gebraucht wird

360° BBQ

Pflegeöl und Zubehör fürs Einbrennen gusseiserner Roste.

Zum ShopAnzeige