Rezept

Ribeye rückwärts gegrillt

Ein Ribeye von etwa 600 Gramm und vier Zentimetern Dicke zieht bei 110 bis 120 °C indirekt rund 35 Minuten, bis der Kern 48 °C erreicht. Danach wird es bei über 280 °C je Seite 60 bis 90 Sekunden scharf angegrillt und kommt bei 54 bis 55 °C herunter. Ruhezeit: drei Minuten.

Aufgeschnittenes Ribeye mit gleichmäßig rosa Kern und dunkler Kruste

Bei einem dicken Steak arbeitet die klassische Reihenfolge gegen einen: Bis der Kern 54 °C hat, ist der Bereich unter der Kruste längst grau. Rückwärtsgaren dreht die Reihenfolge um – und macht den grauen Rand zu einem schmalen Streifen.

Zubereitung

  1. Steak vorbereiten

    Ribeye eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, trocken tupfen und großzügig salzen. Salz hat jetzt Zeit einzuziehen.

  2. Indirekte Zone auf 110 bis 120 °C bringen

    Wenig Kohle an eine Seite oder nur der äußere Brenner auf kleiner Stufe. Deckel geschlossen, Temperatur einpendeln lassen.

  3. Indirekt ziehen

    Steak in die indirekte Zone legen, Thermometer in die Mitte stecken, Deckel schließen. Bei vier Zentimetern Dicke dauert es rund 35 Minuten bis 48 °C.

  4. Steak herausnehmen

    Bei 48 °C herunternehmen und kurz beiseitelegen. Jetzt die direkte Zone auf volle Hitze bringen, über 280 °C.

  5. Scharf angrillen

    Steak dünn ölen und je Seite 60 bis 90 Sekunden direkt angrillen, dabei einmal um 90 Grad drehen, wenn ein Rautenmuster gewünscht ist.

  6. Endtemperatur prüfen

    Bei 54 bis 55 °C herunternehmen – medium rare. Die kurze Kruste-Phase hebt den Kern nur noch um wenige Grad.

  7. Kurz ruhen und schneiden

    Drei Minuten reichen; das Steak war nie in einem starken Temperaturgefälle. Erst jetzt pfeffern und in Scheiben schneiden.

LebensmittelGarstufeKerntemperaturErkennungsmerkmal
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)rare 45–49 °CKern tiefrot, kaum Saftaustritt beim Anschneiden
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium rare 52–55 °CKern durchgehend rosa-rot, deutlich saftig
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium 56–59 °CKern durchgehend rosa, Saft tritt sichtbar aus
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium well 60–64 °Cnur noch ein schmaler rosa Kern
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)well done 65–71 °Cdurchgehend grau-braun, kein rosa Kern mehr
Roastbeef am Stückmedium 55–58 °Cgleichmäßig rosa bis zum Rand
Ab wann sich Rückwärtsgaren lohnt

Unter drei Zentimetern Dicke bringt die Methode wenig: Ein dünnes Steak erreicht seine Kerntemperatur schneller, als eine Kruste entstehen kann – dort ist direktes Grillen richtig. Ihren Vorteil spielt sie ab etwa vier Zentimetern aus, also bei Ribeye, Tomahawk, Porterhouse und dicken Rumpsteaks. Pfeffer kommt bewusst erst am Ende drauf: Bei über 280 °C verbrennt er und wird bitter.

Häufige Fehler

  • Zu hoch vorgezogenWer indirekt schon auf 54 °C zieht, hat nach dem Angrillen ein durchgegartes Steak. Der Vorlauf endet rund sechs Grad unter dem Ziel.
  • Nasses Fleisch angegrilltFeuchtigkeit muss erst verdampfen. Nach der indirekten Phase kurz trocken tupfen, dann ölen.
  • Zu lange scharf angegrilltÜber zwei Minuten je Seite wird der Rand doch wieder grau – genau das, was die Methode vermeiden soll.
  • Ohne Thermometer versuchtRückwärtsgaren funktioniert über Zahlen, nicht über Gefühl. Ohne Messung ist es reines Raten.

Zutaten bestellen

Ribeye am Stück, 4 cm

Rückwärtsgaren lohnt sich erst ab dieser Dicke – und die gibt es an der Theke selten fertig zugeschnitten.