Spezielle Cuts
Flanksteak, Tri-Tip, Onglet: Die Cuts aus dieser Tabelle liegen selten in der Supermarkt-Auslage. Online lassen sie sich gezielt bestellen, statt beim Metzger auf gut Glück zu fragen.
Die entscheidende Frage bei jedem Stück Fleisch lautet: Wie viel Bindegewebe steckt darin? Wenig genutzte Muskelpartien wie Rücken und Filet haben kaum welches und eignen sich zum Kurzbraten. Stark beanspruchte Partien wie Nacken, Schulter und Brust stecken voller Kollagen – sie werden nur bei langen Garzeiten und hoher Kerntemperatur zart. Diese eine Unterscheidung erklärt die meisten misslungenen Grillabende.

Es gibt kein zähes und kein zartes Fleisch – es gibt nur Fleisch, das falsch behandelt wurde. Welche Behandlung richtig ist, verrät die Lage des Muskels am Tier.
Kollagen ist das Strukturprotein im Bindegewebe. Bei kurzem, scharfem Braten zieht es sich zusammen und macht das Fleisch fest – deshalb wird ein Schweinenacken auf dem Rost zäh. Erst bei Kerntemperaturen um 90 °C über mehrere Stunden wandelt es sich in Gelatine um, die Feuchtigkeit bindet und das Fleisch weich fallen lässt.
Umgekehrt gilt: Ein Filet hat fast kein Kollagen, das schmelzen könnte. Wer es lange gart, bekommt kein zartes Ergebnis, sondern nur trockenes Fleisch. Deshalb lassen sich die beiden Gruppen nicht tauschen.
| Cut | Herkunft | Bindegewebe | Passende Methode |
|---|---|---|---|
| Filet (Rind) | Rücken, innen | sehr wenig | kurz braten, medium rare |
| Rumpsteak, Entrecôte, Ribeye | Rücken | wenig | kurz braten, ab 3 cm rückwärts garen |
| Flanksteak, Skirt | Bauchlappen | mittel, grobfaserig | kurz braten, quer zur Faser schneiden |
| Rinderbrust (Brisket) | Brust | sehr viel | Low and Slow bis 88–92 °C |
| Schweinenacken | Nacken | viel | Low and Slow bis 90–95 °C oder als Nackensteak kurz |
| Schweinefilet | Rücken, innen | sehr wenig | kurz braten, nicht übergaren |
| Spareribs | Bauch/Rippen | viel | Low and Slow, 3-2-1 oder Variante |
| Lammkarree | Rücken | wenig | kurz braten, medium rare bis medium |
| Hähnchenbrust | Brust | wenig | kurz braten oder indirekt, 72–75 °C |
| Hähnchenschenkel | Keule | mehr als die Brust | indirekt bis 80–85 °C |
Marmorierung bezeichnet das feine Fett innerhalb des Muskels. Beim Garen schmilzt es, verteilt sich im Fleisch und sorgt für Saftigkeit und Geschmacksträger. Deshalb ist ein gut marmoriertes Ribeye aromatischer als ein mageres Filet – und deshalb wird mageres Fleisch bei zu langem Garen so schnell trocken.
Der äußere Fettrand hat eine andere Funktion: Er schützt die Oberfläche und lässt sich beim Grillen kurz auf der Kante auslassen. Wegschneiden sollte man ihn erst nach dem Garen, wenn überhaupt.
Frisch geschlachtetes Fleisch ist zäh; erst die Reifung macht es mürbe, weil körpereigene Enzyme Strukturproteine abbauen. Zwei Verfahren sind gebräuchlich:
Für das Grillergebnis ist die Reifung weniger entscheidend als der richtige Cut und der Garpunkt. Wer bei zähem Fleisch nach der Ursache sucht, wird fast immer bei einem dieser beiden fündig, nicht bei der Reifung.
Cuts aus wenig beanspruchten Muskeln: Rinderfilet, Rumpsteak, Entrecôte, Ribeye, Lammkarree, Schweinefilet und Nackensteaks. Sie enthalten wenig Bindegewebe und werden bei kurzer, hoher Hitze zart.
Stark beanspruchte Partien mit viel Bindegewebe: Rinderbrust, Schweinenacken, Schulter und Rippen. Sie werden erst bei Kerntemperaturen um 90 °C über Stunden zart.
Feines Fett innerhalb des Muskels. Es schmilzt beim Garen, verteilt sich im Fleisch und macht es saftiger und aromatischer. Gut marmorierte Cuts verzeihen beim Grillen mehr als magere.
Meist passt die Methode nicht zum Cut – bindegewebsreiches Fleisch kurz gebraten oder mageres Fleisch zu lange gegart. Zweithäufigste Ursache: falsch aufgeschnitten, also längs statt quer zur Faser.
Trockenreifung erfolgt am Knochen in kontrolliertem Klima und ergibt einen intensiveren, nussigen Geschmack bei hohem Gewichtsverlust. Nassreifung findet im Vakuumbeutel statt, ist geschmacklich neutraler und im Handel der Standard.
Vor dem Grillen nicht. Er schützt die Oberfläche und trägt Aroma; kurz auf der Kante ausgelassen wird er zudem knusprig. Nach dem Garen kann jeder selbst entscheiden.
Flanksteak, Tri-Tip, Onglet: Die Cuts aus dieser Tabelle liegen selten in der Supermarkt-Auslage. Online lassen sie sich gezielt bestellen, statt beim Metzger auf gut Glück zu fragen.
Quer zur Faser aufschneiden funktioniert nur mit einem langen, wirklich scharfen Messer – mit stumpfer Klinge zersägt man die Fasern, statt sie zu schneiden.