Grillarten

Der Oberhitzegrill

Ein Oberhitzegrill erzeugt seine Hitze ausschließlich von oben und erreicht dabei rund 800 °C. Ein Steak braucht darunter nur etwa 30 Sekunden je Seite für eine kräftige Kruste, während das Innere kaum Zeit hat, durchzugaren. Der Gasverbrauch ist mit rund 250 Gramm je Stunde und Brenner niedrig. Die Bauart ist ein Spezialist: Für Steaks unschlagbar, für fast alles andere ungeeignet.

Oberhitzegrill mit glühendem Keramikbrenner über einem Steak auf dem Einschub

Der Oberhitzegrill ist das einzige Gerät im Feld, das ehrlich zugibt, nur eine Sache zu können. Wer regelmäßig dicke Steaks grillt und mit der Kruste vom Kohlegrill nicht zufrieden ist, findet hier die Lösung – alle anderen kaufen ein teures Gerät für zwei Einsätze im Jahr.

Warum Hitze von oben etwas anderes macht

Auf einem normalen Grill liegt das Fleisch über der Hitzequelle. Fett und Saft tropfen nach unten in die Glut, verbrennen dort und steigen als Rauch wieder auf – was Aroma erzeugt, bei sehr hohen Temperaturen aber auch Ruß und verbrannte Rückstände.

Beim Oberhitzegrill strahlt ein Keramik- oder Metallbrenner von oben nach unten. Der Saft tropft in eine Auffangschale statt ins Feuer. Dadurch lassen sich Temperaturen fahren, die auf einem Rost unbrauchbar wären: Bei rund 800 °C bildet sich in etwa 30 Sekunden je Seite eine Kruste, während der Kern nahezu unverändert bleibt. Das ist die Grundlage für ein Steak, das außen dunkel und innen rosa ist – ohne den grauen Übergangsrand, der bei langsamem Anbraten entsteht.

Steak im Oberhitzegrill

  1. Fleisch vorbereiten

    Steak trocken tupfen und auf Zimmertemperatur bringen. Feuchtigkeit an der Oberfläche kostet Zeit und damit Kruste.

  2. Grill vorheizen

    Drei bis fünf Minuten bei voller Leistung, bis der Brenner gleichmäßig glüht.

  3. Oben einschieben

    Das Steak auf der obersten Position, also nah am Brenner, etwa 30 Sekunden anbraten. Dabeibleiben – hier zählen Sekunden.

  4. Wenden und wiederholen

    Zweite Seite ebenfalls rund 30 Sekunden. Danach hat das Steak Kruste, aber noch keine Kerntemperatur.

  5. Tiefer garziehen

    Auf eine untere Einschubposition wechseln und dort bis zur Zielkerntemperatur ziehen lassen. Ohne Thermometer wird das Raten.

  6. Ruhen lassen

    Zwei bis drei Minuten ruhen, damit sich der Saft verteilt. Erst dann anschneiden.

Wofür sich das Gerät nicht eignet

Alles, was Zeit braucht. Ein Hähnchenschenkel ist außen schwarz, bevor er innen gar ist; Gemüse verbrennt; für lange Garzeiten fehlt jeder geschlossene Garraum. Manche Geräte lassen sich auf unteren Einschüben auch moderater betreiben, doch das ist eine Notlösung, kein Einsatzzweck.

Deshalb steht ein Oberhitzegrill in der Praxis fast immer neben einem anderen Grill, nicht an dessen Stelle. Wer nur ein Gerät haben will, ist mit einem Holzkohlegrill besser bedient – der macht Kruste zwar etwas langsamer, kann dafür aber alles andere auch.

Hitze und Fett

800 °C sind kein Marketingwert, sondern ein Sicherheitsthema. Der Bereich um das Gerät wird sehr heiß, Fett in der Auffangschale kann sich bei Fehlbedienung entzünden, und einige Bauarten lassen Fett seitlich austreten. Gasbetriebene Geräte gehören ausschließlich ins Freie – nie in geschlossene Räume, auch nicht kurz.

Typische Fehler am Oberhitzegrill

  • Nasses Fleisch auflegenOberflächenfeuchtigkeit muss erst verdampfen, bevor die Kruste entsteht. Trocken tupfen ist Pflicht, nicht Kür.
  • Auf Zeit statt auf Kerntemperatur garenDie Kruste ist nach Sekunden da, der Kern braucht danach seine Zeit auf einer unteren Position. Ohne Thermometer wird das Ergebnis zufällig.
  • Danebenstehen und weggehenBei 800 °C liegen zwischen perfekt und verkohlt etwa zehn Sekunden. Das Gerät lässt sich nicht nebenbei bedienen.
  • Dünne Steaks verwendenUnter drei Zentimetern ist der Kern durch, bevor die Kruste steht. Die Bauart lebt von dicken Stücken.
  • Als Universalgrill kaufenWer ein Gerät für alles sucht, kauft hier am Bedarf vorbei. Der Oberhitzegrill ist eine Ergänzung.

Häufige Fragen zum Oberhitzegrill

Wie heiß wird ein Oberhitzegrill?

Rund 800 °C, bei einzelnen Geräten etwas mehr. Die Hitze kommt ausschließlich von oben, wodurch in etwa 30 Sekunden je Seite eine kräftige Kruste entsteht.

Wie viel Gas verbraucht ein Oberhitzegrill?

Etwa 250 Gramm Propan je Stunde und Brenner. Eine 11-Kilogramm-Flasche hält damit rechnerisch sehr lange – Geräte mit zwei Brennern verbrauchen entsprechend das Doppelte.

Lohnt sich ein Beefer beziehungsweise Oberhitzegrill?

Wenn regelmäßig dicke Steaks auf den Tisch kommen und die Kruste das entscheidende Kriterium ist, ja. Als einziges Grillgerät im Haushalt ist er die falsche Wahl, weil er außer Steak kaum etwas kann.

Kann man einen Oberhitzegrill drinnen benutzen?

Gasbetriebene Geräte nicht – sie gehören ins Freie. Es gibt elektrische Varianten, die für den Innenbereich ausgelegt sind; deren Temperatur liegt allerdings meist unter der von Gasgeräten.

Welches Fleisch eignet sich?

Dicke Steaks ab etwa drei Zentimetern, Entrecôte, Rumpsteak, Filet, Tomahawk. Dünne Stücke sind durch, bevor die Kruste steht. Fisch und Gemüse sind bei dieser Hitze schwer zu kontrollieren.

Braucht man einen Oberhitzegrill für ein gutes Steak?

Nein. Rückwärtsgaren auf einem normalen Grill mit indirekter Zone liefert ein sehr gutes Ergebnis. Der Oberhitzegrill macht die Kruste kräftiger und den grauen Rand schmaler – ein Unterschied, den nicht jeder für den Preis eintauschen will.

Wo es Oberhitzegrills gibt

Santos Grills

Eigene Oberhitze-Abteilung im Grill-Fachhandel – ein Preisvergleich zwischen den Händlern lohnt bei dieser Bauart, weil die Preisspanne groß ist.

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360° BBQ

Oberhitzegrills der gängigen Marken.

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Passendes Fleisch

800 °C von oben lohnen sich nur bei dicken, gut abgehangenen Steaks.