Grillarten

Der Pelletgrill

Ein Pelletgrill dosiert Holzpellets automatisch über eine Förderschnecke und hält die eingestellte Temperatur über einen Thermostaten – bei den meisten Geräten in einem Bereich von etwa 75 bis 315 °C. Der Verbrauch liegt bei rund 0,5 bis 1 kg Pellets je Stunde im niedrigen Bereich und bei etwa 1,5 bis 2 kg bei hohen Temperaturen. Ohne Stromanschluss läuft er nicht, und beim scharfen Angrillen bleibt er hinter Kohle und Gas zurück.

Pelletgrill mit geöffnetem Pelletbehälter, daneben Holzpellets auf einer Holzfläche

Der Pelletgrill ist der Versuch, das Bequemste aus zwei Welten zu verbinden: die Regelbarkeit eines Backofens und das Holzaroma eines Smokers. Das gelingt erstaunlich gut – solange man weiß, wofür er nicht gebaut ist.

Wie ein Pelletgrill funktioniert

Im Vorratsbehälter, dem Hopper, liegen gepresste Holzpellets. Eine Förderschnecke transportiert sie dosiert in einen Brenntopf, wo ein Glühzünder sie entzündet. Ein Gebläse versorgt das Feuer mit Luft und verteilt die heiße Luft zusammen mit dem Rauch im Garraum. Ein Temperaturfühler meldet die Ist-Temperatur an die Steuerung, die daraufhin die Schnecke schneller oder langsamer laufen lässt.

Das Ergebnis ist ein Regelkreis, wie man ihn aus der Heizungstechnik kennt: Man stellt 120 °C ein, und das Gerät hält 120 °C – über acht Stunden, ohne dass jemand nachlegt. Genau das macht den Pelletgrill für lange Garzeiten so attraktiv. Das Holzaroma entsteht dabei nebenbei, weil echtes Holz verbrannt wird.

Die Schwäche: scharfes Angrillen

Weil die Hitze überwiegend als Umluft im Garraum verteilt wird und nicht als Strahlungshitze direkt unter dem Grillgut liegt, fällt die Kruste schwächer aus als über Glut. Viele Geräte erreichen zwar über 300 °C, doch am Rost kommt weniger Strahlungsleistung an als bei einem Holzkohlegrill mit direkter Glut.

Hersteller begegnen dem mit einer Sear-Zone: einem Bereich, unter dem sich die Abdeckung öffnen lässt, sodass die Flamme direkt an den Rost kommt. Das funktioniert, ersetzt aber die Direkthitze eines Kohlegrills nicht vollständig. Wer regelmäßig dicke Steaks mit kräftiger Kruste will, kombiniert den Pelletgrill in der Praxis oft mit einem zweiten Gerät.

Was der Betrieb kostet

Der Pelletverbrauch hängt fast linear an der eingestellten Temperatur. Für eine Kalkulation reichen zwei Werte: rund 0,5 bis 1 Kilogramm je Stunde im Bereich 90 bis 150 °C, rund 1,5 bis 2 Kilogramm bei 230 bis 320 °C. Ein Pulled Pork über zehn Stunden bei 110 °C liegt damit im einstelligen Kilobereich, ein Grillabend mit hoher Temperatur verbraucht deutlich mehr je Stunde, dauert aber kürzer.

Dazu kommt Strom für Zünder, Schnecke und Gebläse – der Zünder zieht nur beim Start nennenswert Leistung, Schnecke und Gebläse laufen sparsam durch. Über einen langen Garvorgang bleibt das im Bereich weniger Euro.

Pellets sind nicht gleich Pellets

Heizpellets und Grillpellets sind nicht dasselbe. Heizpellets dürfen Rindenanteile und Bindemittel enthalten, die im Grill nichts zu suchen haben. Für den Grill nur Pellets aus reinem Hartholz ohne Zusätze verwenden – die Holzart bestimmt zugleich das Aroma (etwa Buche neutral-kräftig, Obsthölzer milder). Und: Pellets müssen trocken lagern. Feucht gewordene Pellets zerfallen zu Staub und blockieren die Förderschnecke.

Was am Pelletgrill schiefgeht

  • Restpellets über den Winter im Hopper lassenSie ziehen Feuchtigkeit, quellen auf und verklemmen die Schnecke. Der Hopper wird nach der Saison geleert.
  • Brenntopf nicht ausräumenAsche im Brenntopf stört die Zündung. Regelmäßiges Ausleeren gehört zur Grundpflege, sonst startet das Gerät irgendwann nicht mehr zuverlässig.
  • Deckel während der Aufheizphase öffnenDie Steuerung regelt gegen eine Temperatur, die sie nicht mehr erreicht, und schaufelt Pellets nach. Deckel zu, bis die Zieltemperatur steht.
  • Vom Steak-Ergebnis enttäuscht seinDie Bauart ist auf gleichmäßige Umluft ausgelegt, nicht auf maximale Strahlungshitze. Für Kruste die Sear-Zone nutzen oder ein zweites Gerät einplanen.
  • Ohne Stromanschluss planenKein Strom, kein Betrieb. Für Camping oder abgelegene Grillplätze ist die Bauart schlicht ungeeignet.

Häufige Fragen zum Pelletgrill

Wie viele Pellets verbraucht ein Pelletgrill pro Stunde?

Etwa 0,5 bis 1 Kilogramm bei niedrigen Temperaturen von 90 bis 150 °C und rund 1,5 bis 2 Kilogramm bei 230 bis 320 °C. Der Verbrauch steigt also mit der eingestellten Temperatur deutlich an.

Braucht ein Pelletgrill Strom?

Ja, zwingend. Förderschnecke, Zünder und Gebläse arbeiten elektrisch. Ohne Steckdose oder Powerstation läuft das Gerät nicht.

Kann man auf einem Pelletgrill scharf angrillen?

Eingeschränkt. Die Hitze wirkt überwiegend als Umluft, nicht als direkte Strahlung. Viele Geräte haben eine Sear-Zone für den direkten Kontakt zur Flamme, an die Kruste eines Holzkohlegrills kommt das aber meist nicht heran.

Lohnt sich ein Pelletgrill?

Wenn regelmäßig lange gegart wird – Ribs, Pulled Pork, Brisket – und Bequemlichkeit zählt, ja: Das Gerät hält die Temperatur allein. Wer vor allem Steaks und Würstchen macht, bekommt für weniger Geld mit Gas oder Kohle ein besseres Ergebnis.

Welche Pellets gehören in den Grill?

Nur Grillpellets aus reinem Hartholz ohne Bindemittel und Rindenanteile. Heizpellets sind dafür nicht gedacht. Die Holzart bestimmt das Aroma.

Wie viel Rauchgeschmack liefert ein Pelletgrill?

Spürbar, aber dezenter als ein klassischer Holzsmoker. Am stärksten ist er bei niedrigen Temperaturen, weil die Verbrennung dann unvollständiger abläuft und mehr Rauch entsteht.

Wo es Pelletgrills gibt

360° BBQ

Pelletgrills und passende Pellets aus dem Fachhandel.

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