Anleitung

Steak grillen

Ein Steak wird über direkter Hitze bei über 230 °C gegrillt: je Seite etwa ein bis drei Minuten, bei dickeren Stücken danach indirekt fertig ziehen. Die Garstufe entscheidet allein die Kerntemperatur – 52 bis 55 °C für medium rare, 56 bis 59 °C für medium. Danach zwei bis fünf Minuten ruhen lassen. Ab etwa drei Zentimetern Dicke liefert Rückwärtsgaren das gleichmäßigere Ergebnis.

Dickes Steak mit Grillstreifen auf dem Rost über glühender Kohle

Beim Steak entscheiden drei Dinge über das Ergebnis: die Hitze beim Anbraten, der Zeitpunkt des Herunternehmens und die Ruhephase. Alles andere – Cut, Marinade, Bratbutter – kommt danach.

Die Garstufen mit Kerntemperatur

Diese Werte stammen aus dem offenen Kerntemperatur-Datensatz dieser Website und gelten für am Stück gewachsenes Rindfleisch:

LebensmittelGarstufeKerntemperaturErkennungsmerkmal
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)rare 45–49 °CKern tiefrot, kaum Saftaustritt beim Anschneiden
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium rare 52–55 °CKern durchgehend rosa-rot, deutlich saftig
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium 56–59 °CKern durchgehend rosa, Saft tritt sichtbar aus
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)medium well 60–64 °Cnur noch ein schmaler rosa Kern
Rindersteak (Entrecôte, Rumpsteak, Filet)well done 65–71 °Cdurchgehend grau-braun, kein rosa Kern mehr
Roastbeef am Stückmedium 55–58 °Cgleichmäßig rosa bis zum Rand

Schritt für Schritt

Steak grillen – der klassische Weg

  1. Temperieren

    Steak 30 bis 60 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Ein durchgekühltes Steak braucht innen länger, während die Oberfläche schon fertig ist.

  2. Trocken tupfen

    Feuchtigkeit muss erst verdampfen, bevor Bräunung einsetzt. Ein trockenes Steak bekommt schneller und gleichmäßiger Kruste.

  3. Grill vorheizen

    Direkte Zone auf über 230 °C, Rost mit aufheizen. Das Steak soll beim Auflegen sofort zischen.

  4. Ölen – aber das Fleisch

    Dünn Öl mit hohem Rauchpunkt auf das Steak, nicht auf den Rost. Öl auf dem heißen Rost verbrennt und schmeckt bitter.

  5. Auflegen und liegen lassen

    Erst wenn sich die Kruste gebildet hat, löst sich das Steak von selbst. Wer vorher zieht, reißt genau diese Kruste ab.

  6. Wenden

    Nach ein bis drei Minuten wenden. Häufigeres Wenden im Minutentakt ist erlaubt und gart sogar gleichmäßiger – siehe unten.

  7. Kerntemperatur prüfen

    Seitlich in die Mitte messen. Bei dickeren Steaks jetzt auf die indirekte Seite wechseln und dort auf Zieltemperatur ziehen.

  8. Ruhen lassen

    2 bis 5 Minuten auf einem vorgewärmten Teller. Nicht in Alufolie wickeln – das weicht die Kruste auf.

Wie oft soll man ein Steak wenden?

Die Regel „nur einmal wenden" ist ein Mythos aus der Zeit schwacher Herdplatten. Häufiges Wenden – etwa jede Minute – führt zu einem gleichmäßigeren Garergebnis, weil keine Seite lange sehr heiß und die andere kalt bleibt. Der graue Randbereich fällt schmaler aus, und das Steak erreicht seine Zieltemperatur eher schneller als langsamer.

Was für einmaliges Wenden spricht, ist allein die Optik: Ein sauberes Grillstreifenmuster entsteht nur, wenn das Steak lange genug an derselben Stelle liegt. Wer das Muster will, wendet einmal; wer den gleichmäßigsten Kern will, wendet oft. Am Geschmack ändert sich dabei wenig.

Wann salzen?

Beide verbreiteten Empfehlungen funktionieren – die schlechteste Variante liegt dazwischen. Entweder unmittelbar vor dem Auflegen salzen, dann bleibt das Salz an der Oberfläche und die Kruste gelingt. Oder mindestens 40 Minuten vorher, dann zieht das Salz ein und die zunächst ausgetretene Flüssigkeit wird wieder aufgenommen. Salzt man zehn Minuten vorher, liegt das Steak nass auf dem Rost – genau in der Phase, in der die Flüssigkeit außen steht.

Dicke Steaks: Rückwärtsgaren

Ab etwa drei Zentimetern lohnt sich die umgekehrte Reihenfolge: erst indirekt bei 100 bis 120 °C auf rund 5 °C unter die Zielkerntemperatur ziehen, dann kurz scharf angrillen. Das Ergebnis ist ein von Rand zu Rand gleichmäßig rosa Kern statt eines breiten grauen Übergangs. Der ausführliche Ablauf steht auf der Seite zum Rückwärtsgaren.

Welcher Cut, welche Besonderheit

Bis hierher gilt alles für jedes Steak. Ab hier wird es cut-spezifisch – jeder Zuschnitt hat genau eine Eigenheit, die über das Ergebnis entscheidet:

Die Cuts und worauf es bei jedem ankommt
CutDie eine BesonderheitAusführlich
RibeyeDas Fettauge bringt Aroma und Stichflammen zugleichRibeye grillen
RinderfiletDer magerste Cut, verzeiht am wenigstenFilet grillen
FlanksteakMuss dünn und quer zur Faser aufgeschnitten werdenFlanksteak grillen
TomahawkVier bis sechs Zentimeter dick, deshalb rückwärts garenTomahawk grillen
Tri-TipDie Faserrichtung wechselt mitten im StückTri-Tip grillen
Dry AgedWeniger Wasser, dadurch kürzere GarzeitDry-Aged-Steak grillen

Die häufigsten Fehler beim Steak

  • Zu kalt auflegenDirekt aus dem Kühlschrank braucht der Kern zu lange, während außen schon zu viel passiert.
  • Zu früh wenden oder verschiebenDas Steak klebt, solange keine Kruste steht. Es löst sich von selbst – dann ist der Moment.
  • Mit der Gabel einstechenJeder Einstich lässt Saft austreten. Zange verwenden.
  • Nach Zeit statt nach Kerntemperatur garenZwei gleich aussehende Steaks können unterschiedlich dick sein. Nur das Thermometer weiß es genau.
  • Nachgaren vergessenWer bei 54 °C herunternimmt, landet nach dem Ruhen bei 56 bis 58 °C – aus medium rare wird medium.
  • In Alufolie ruhen lassenDer Dampf weicht die Kruste auf, für die man gerade zwei Minuten gearbeitet hat.

Häufige Fragen zum Steak grillen

Wie lange muss ein Steak auf den Grill?

Über direkter Hitze etwa ein bis drei Minuten je Seite, abhängig von Dicke und gewünschter Kruste. Ein verlässlicher Zeitwert lässt sich nicht angeben – entscheidend ist die Kerntemperatur, für medium rare 52 bis 55 °C.

Bei welcher Temperatur grillt man Steak?

In der direkten Zone über 230 °C. Für dicke Stücke kommt danach eine indirekte Zone mit 120 bis 160 °C dazu, in der das Steak auf Zielkerntemperatur zieht.

Wie oft soll man ein Steak wenden?

Häufiges Wenden, etwa im Minutentakt, gart gleichmäßiger und verkürzt die Gesamtzeit. Die Regel „nur einmal wenden" stammt aus der Zeit schwacher Herde. Für ein sauberes Streifenmuster wendet man dagegen nur einmal.

Soll man Steak vor dem Grillen salzen?

Entweder unmittelbar vor dem Auflegen oder mindestens 40 Minuten vorher. Die ungünstigste Variante ist dazwischen: Dann liegt ausgetretene Flüssigkeit auf der Oberfläche und verhindert die Krustenbildung.

Wie lange muss ein Steak ruhen?

Zwei bis fünf Minuten, bei sehr dicken Stücken bis zu zehn. Nicht in Alufolie wickeln, sonst weicht die Kruste auf. In dieser Zeit steigt die Kerntemperatur noch um zwei bis vier Grad.

Steak direkt oder indirekt grillen?

Bis etwa drei Zentimeter Dicke reicht direkt. Darüber wird kombiniert: direkt anbraten, indirekt fertig ziehen – oder gleich rückwärts garen.

Warum wird mein Steak zäh?

Meist zu weit durchgegart. Ab etwa 65 °C Kerntemperatur verliert mageres Steakfleisch spürbar Saft. Zweite Ursache: falscher Cut – Stücke mit viel Bindegewebe eignen sich nicht zum Kurzbraten.

Was beim Steak wirklich hilft

Einstichthermometer

Der einzige Weg, die Garstufe verlässlich zu treffen. Wichtiger als jedes andere Steak-Zubehör – und der Grund, warum die Angaben auf dieser Seite überhaupt nutzbar sind.

Grillzange

Wenden ohne Einstechen. Eine Zange mit breiten, flachen Backen greift auch dicke Steaks sicher.

Gusseiserner Rost oder Grillplatte

Speichert Wärme und gibt sie beim Auflegen sofort ab. Das ist der Unterschied zwischen Kruste und Grauschleier, besonders bei mehreren Steaks nacheinander.