Zwei Angaben auf dem Sack entscheiden: der Hinweis auf DIN EN 1860-2 — die Norm regelt Kohlenstoff-, Asche- und Feuchtegehalt und verbietet Zusätze wie Bitumen oder Pech — und ein Herkunftsnachweis für das Holz. Grillkohle zündet schnell und brennt heiß, Briketts halten zwei bis vier Stunden. Kokosbriketts brennen besonders lange und aschearm, brauchen aber länger zum Durchzünden.
Beim Brennstoff wird oft nach Preis je Kilogramm entschieden. Das
ist die schlechteste aller Größen — entscheidend sind Kohlenstoffgehalt, Aschewert
und Herkunft.
Was die Norm aussagt
Die europäische Norm DIN EN 1860-2 setzt Mindestanforderungen an fixen
Kohlenstoff, Asche- und Feuchtegehalt und verbietet Zusätze wie Bitumen, Schlacke,
Pech oder Glas. Der Kohlenstoffgehalt bestimmt, wie heiß und wie lange die Kohle
glüht und wie wenig sie raucht. Der Aschegehalt zeigt, wie viel nicht brennbares
Material mitgeliefert wird — es bleibt am Ende im Grill liegen und blockiert die
Luftzufuhr.
Für Holzkohle und für Briketts gelten dabei unterschiedliche
Anforderungen — die Norm behandelt beide in eigenen Abschnitten. Im Netz
kursiert oft ein einzelnes Wertepaar, das angeblich für beides gilt; das gibt der
Normtext so nicht her. Die konkreten Grenzwerte stehen im kostenpflichtigen
Normtext, den wir hier nicht wiedergeben — prüfbar ist für Käufer ohnehin nur, ob
der Sack die Norm überhaupt nennt.
Ein Hinweis auf die Norm auf dem Sack ist deshalb mehr als Werbung. Fehlt er,
lässt sich über die Qualität nichts sagen.
Die Herkunft des Holzes
Grillkohle wird weltweit produziert, und in der Vergangenheit wurde wiederholt
Tropenholz in europäischen Kohlesäcken nachgewiesen. Für Verbraucher gibt es nur
ein praktikables Gegenmittel: ein Zertifikat für nachhaltige Forstwirtschaft auf
der Verpackung, idealerweise zusammen mit einer konkreten Angabe der Holzart. Wer
nach beidem sucht — Normhinweis und Herkunftsnachweis — landet automatisch bei
den besseren Produkten.
Die Sorten im Vergleich
Was wofür
Brennstoff
Durchzünden
Brenndauer
Stärke
Passend für
Grillkohle
15–25 Minuten
ca. 1 Stunde
sehr heiß, wenig Asche
Steaks, kurze Abende
Holzkohlebriketts
25–40 Minuten
2–4 Stunden
gleichmäßig, gut regelbar
lange Garzeiten, Dutch Oven
Kokosbriketts
30–45 Minuten
sehr lang
aschearm, hohe Dichte
Low and Slow, Kamado
Instant-Kohle mit Anzündhilfe
sehr kurz
kurz
kein Anzünder nötig
Notlösung, siehe Hinweis
Instant-Kohle und Selbstanzünder
Kohle, die bereits mit Anzündhilfe getränkt ist, spart den Anzündkamin, bringt
aber Fremdstoffe in die Glut, die man beim ersten Grillgut mitisst. Wenn man sie
verwendet, dann konsequent: vollständig durchbrennen lassen, bis alles grau ist,
und kein Grillgut auflegen, solange noch Flammen zu sehen sind.
Menge und Lagerung
Als Anhaltspunkt reicht für einen 57-Zentimeter-Kugelgrill eine volle
Anzündkaminfüllung je Grillrunde bei direktem Grillen. Wer regelmäßig grillt,
kauft Briketts im größeren Sack — sie sind lagerfähig, solange sie trocken
stehen. Feuchtigkeit ist der einzige echte Feind: Feucht gewordene Kohle zündet
schlecht durch, raucht stark und zerfällt.
Deshalb gehört der geöffnete Sack in einen Eimer mit Deckel oder eine Box, nicht
offen in die Gartenhütte. Reste vom Vorjahr sind unproblematisch, wenn sie trocken
geblieben sind.
Typische Fehler beim Brennstoffkauf
Nach Kilopreis entscheidenBillige Kohle hat oft hohen Aschegehalt — man kauft Material, das nicht brennt.
Keinen Normhinweis prüfenOhne Angabe zu DIN EN 1860-2 lässt sich die Qualität nicht beurteilen.
Herkunft ignorierenOhne Zertifikat ist die Holzart und -herkunft unbekannt.
Instant-Kohle für alles nutzenAnzündhilfe im Brennstoff ist eine Notlösung, kein Standard.
Briketts und Kohle als dasselbe behandelnSie unterscheiden sich in Anzündzeit, Hitze und Brenndauer deutlich.
Häufige Fragen zu Kohle und Briketts
Kohle oder Briketts — was ist besser?
Es kommt auf die Garzeit an. Grillkohle zündet in 15 bis 25 Minuten durch, wird sehr heiß und ist nach etwa einer Stunde durch — ideal für Steaks. Briketts brauchen länger, halten dafür zwei bis vier Stunden und sind für lange Garzeiten die richtige Wahl.
Woran erkennt man gute Grillkohle?
An zwei Angaben auf dem Sack: dem Hinweis auf DIN EN 1860-2 – die Norm regelt Kohlenstoff-, Asche- und Feuchtegehalt und verbietet Zusätze wie Bitumen oder Pech – und einem Herkunftsnachweis für das Holz. Für Holzkohle und Briketts gelten dabei unterschiedliche Grenzwerte.
Was bringen Kokosbriketts?
Sie brennen besonders lange und produzieren wenig Asche, was für Low and Slow und Kamados vorteilhaft ist. Dafür brauchen sie länger zum Durchzünden.
Kann man Kohle vom Vorjahr noch verwenden?
Ja, solange sie trocken gelagert wurde. Feucht gewordene Kohle zündet schlecht, raucht stark und zerfällt.
Wie lagert man Grillkohle richtig?
Trocken und geschlossen — ein Eimer mit Deckel oder eine Box ist besser als der offene Sack in der Gartenhütte.
Ist Instant-Kohle unbedenklich?
Sie enthält Anzündhilfe, die verbrennen muss, bevor Grillgut auf den Rost kommt. Vollständig durchglühen lassen, bis alles grau ist. Als Dauerlösung ist der Anzündkamin die bessere Wahl.
Bezugsquelle für Briketts
McBrikett
Was auf dieser Seite über Brenndauer und Ascheanteil steht, unterscheidet Baumarktware von Briketts, die für lange Garzeiten gemacht sind. McBrikett führt Kokos- und Holzbriketts in größeren Gebinden – für Low and Slow der praktischere Weg als der 3-Kilo-Sack.
Zweite Bezugsquelle mit Schwerpunkt auf Naturkohle und Kokoskohle, dazu Anzünder und Räucherchips. Wer Kohle und Anzünder zusammen bestellt, spart den zweiten Versand.