
Bratwurst mit Röstzwiebeln vom Grill
Das einfachste Grillgut – und das, bei dem am meisten falsch gemacht wird.
Bratwurst gehört über mittlere Hitze, etwa 160 bis 200 °C, und braucht dort je nach Dicke 12 bis 20 Minuten unter mehrfachem Wenden. Sie platzt auf, wenn es zu heiß ist: Das Wasser im Brät verdampft schlagartig und sprengt den Darm. Roh verkaufte Bratwurst wird wie Hackfleisch behandelt und durchgegart – 70 bis 75 °C Kerntemperatur. Einstechen und Vorkochen sind beides Fehler.

Die Bratwurst gilt als anspruchslos und ist doch das Grillgut, bei dem man am häufigsten Fehler sieht: eingestochen, vorgekocht, über der heißesten Stelle, aufgeplatzt und trotzdem innen roh.
Im Handel liegen zwei völlig verschiedene Produkte nebeneinander. Rohe Bratwurst – die klassische Nürnberger, Thüringer oder grobe Bratwurst vom Metzger – besteht aus rohem, zerkleinertem Fleisch. Für sie gilt, was für Hackfleisch gilt: vollständig durchgaren, mindestens 70 °C für zwei Minuten im Kern. Brühwurst wie Wiener oder Bockwurst ist bereits gegart; sie muss nur heiß und bräunlich werden, was in fünf bis zehn Minuten erledigt ist.
Wer beide gleich behandelt, macht entweder die Brühwurst trocken oder die Rohbratwurst außen schwarz und innen nicht durch. Ein Blick auf die Packung genügt: Steht dort ein Hinweis auf „durchgaren", ist es Rohware.
Im Brät steckt Wasser. Wird die Wurst zu schnell zu heiß, verdampft dieses Wasser schlagartig, der Druck im Inneren steigt, und der Darm reißt an der schwächsten Stelle. Mit dem austretenden Saft geht genau das verloren, was die Wurst saftig gemacht hätte – und das Fett, das in die Glut tropft, sorgt für Stichflammen, die die Wurst zusätzlich schwärzen.
Die Lösung ist banal und wird trotzdem selten befolgt: nicht über die heißeste Zone legen. Auf einem gut eingeteilten Grill liegt Bratwurst in der mittleren Zone. Bei Kohle heißt das seitlich neben der dichtesten Glut, bei Gas auf mittlerer Stufe.
Etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Der Temperatursprung ist dann kleiner und das Aufplatzen unwahrscheinlicher.
Nicht die heißeste Stelle wählen. Auf dem Kohlegrill neben die dichte Glut legen, auf dem Gasgrill mittlere Stufe.
Die Wurst löst sich von selbst, sobald sie angebräunt ist. Vorher gezogen, reißt die Haut.
Alle zwei bis drei Minuten drehen, sodass sie rundum gleichmäßig Farbe bekommt. Zange verwenden, keine Gabel.
Wenn Fett in die Glut tropft und Flammen aufschlagen, die Wurst kurz in die indirekte Zone legen – nicht mit Wasser löschen.
Bei roher Bratwurst 70 bis 75 °C, seitlich in die Mitte gemessen. Bei Brühwurst genügt, dass sie durchgehend heiß ist.
Ein bis zwei Minuten, dann ist der Innendruck ausgeglichen und die Wurst spritzt beim Anschneiden nicht.
Weil das Wasser im Brät bei zu hoher Temperatur schlagartig verdampft und den Darm sprengt. Abhilfe: mittlere Hitze statt der heißesten Zone, Wurst vorher temperieren und mehrfach wenden.
Nein. Vorkochen laugt die Wurst aus und macht sie mehlig. Rohe Bratwurst wird auf dem Grill vollständig gegart – bei dicken Würsten hilft die indirekte Zone zum Fertiggaren.
Nein. Jeder Einstich lässt Fett und Fleischsaft austreten. Das Ergebnis ist eine trockene Wurst und mehr Stichflammen in der Glut.
Rohe Bratwurst 70 bis 75 °C – sie wird wie Hackfleisch behandelt und vollständig durchgegart. Brühwurst ist bereits gegart und muss nur heiß werden.
Je nach Dicke 12 bis 20 Minuten über mittlerer Hitze mit mehrfachem Wenden. Dünne Nürnberger sind deutlich schneller fertig als grobe Thüringer.
Rost gut vorheizen und sauber halten. Die Wurst löst sich von selbst, sobald sie angebräunt ist – zu frühes Wenden reißt die Haut auf.
Ja, und bei dicken Würsten ist das sogar die sicherere Methode: erst indirekt auf Kerntemperatur ziehen, dann kurz direkt Farbe geben. So platzt garantiert nichts auf.
Für die auf dieser Seite beschriebene Rohbratwurst – gute Metzgereien verkaufen sie auch im Versand, inklusive der Angabe, ob roh oder gebrüht.